Präventionsprojekt Dunkelfeld
 Universitätsmedizin Leipzig

Medikamente

Medikamente, die eine Pädophilie "heilen" und die sexuelle Neigung eines Menschen verändern, gibt es nicht. Allerdings können Medikamente dabei helfen, sexuelle Impulse zu kontrollieren, indem sie diese Impulse sowie das sexuelle Erleben dämpfen.

Hierfür stehen nach aktuellem Stand zwei Gruppen von Medikamenten zur Verfügung. Beide Medikamente sorgen für einen Rückgang der Häufigkeit von sexuellen Fantasien und ein vermindertes Erleben sexueller Erregung. Begleitend kann es zu einer Einschränkung der Sexualfunktion kommen.

Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) - Diese Gruppe von Medikamenten wurde ursprünglich zur Behandlung von Depressionen entwickelt. Sie verstärken die Wirkung des natürlicherweise im Gehirn vorkommenen Botenstoffes Serotonin und bewirken damit eine Verbesserung der Grundstimmung und eine Verminderung des Sexualtriebes.

Antiandrogene - Die männlichen Geschlechtshormone, sogenannte Androgene, sind seit langem für ihre Rolle in der männlichen Sexualität bekannt. Sie beeinflussen die Häufigkeit von Sexualfantasien, das Erleben von Erregung und die eigentliche Sexualfunktion des Mannes. Antiandrogene wirken diesem Einfluss entgegen. Hierbei kommen zwei Medikamentengruppen zum Einsatz:

  • So genannte Rezeptorblocker verhindern, dass die natürlicherweise im Körper vorkommenden männlichen Geschlechtshormone ihre volle Wirkung entfalten. Diese Medikamente sind bereits seit vielen Jahren im Einsatz und in ihrer Wirkung gut studiert.
  • Etwas neuer ist die Gruppe der sogenannte LHRH-Ananloga. Der Name leitet sich von dem Botenstoff ab, der die Bildung und Ausschüttung männlicher Geschlechtshormone reguliert. Die Gabe dieser Medikamente bewirkt, dass weniger männliche Geschlechtshormone gebildet werden.

Vorgehen im Projekt - Die Indikation zur medikamentösen Therapie wird von unseren Therapeuten in Zusammenarbeit mit den behandelten Betroffenen im Verlauf der Therapie gestellt. Alle Therapieteilnehmer werden während der Therapie umfassend über Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente aufgeklärt. Eine Vergabe von Medikamenten ist im Projekt nicht möglich. Mit den Betroffenen wird jedoch besprochen, an wen sie sich für die Verordnung und Vergabe von Medikamenten wenden können.


 
Letzte Änderung: 09.01.2017, 11:22 Uhr
Zurück zum Seitenanfang springen
Zurück zum Seitenanfang springen
Präventionsprojekt Dunkelfeld